Pressespiegel

Gemeinsamer Sieg gegen den Drachen

Theater – Auf der Freilichtbühne feierte das Familienstück „Der kleine Ritter Trenk“ Premiere / 54 Darsteller mit dabei

„Leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang“ – das ist der Kernsatz von „Der kleine Ritter Trenk“, dem Kinderstück der Mannheimer Freilichtbühne. Wie daraus am Ende ein „leibeigen geboren, als Ritter gestorben, tapfer ein Leben lang“ wird, ist der Inhalt des auf dem Buch von Kristen Boie beruhenden Theaterstückes, das bei der ausverkauften Premiere verdientermaßen gefeiert wurde.

Es geht um das schwere Leben im Mittelalter, in dem das Landvolk keinerlei Rechte, sondern nur Pflichten hat. In dem die Bauern von ihrer Arbeit nicht leben können und dennoch ihre Abgaben leisten müssen. Auch Trenks Vater (Hubert Schumm) gehört zu den Geschundenen, wird regelmäßig im Kerker geprügelt – weshalb er den Familiennamen Tausendschlag erhielt.

Der Sohn will sich mit der erblichen Leibeigenschaft nicht abfinden und ganz nach dem Motto „Stadtluft macht frei“ fern vom Land ein neues Leben beginnen. Zusammen mit Ferkelchen macht er sich auf den Weg und trifft als erstes auf den Gaukler Momme Mumm (Simon Paulus), der, weil noch ohne Bartwuchs, in seiner auch Schauspielertruppe alle Frauenrollen spielt und deshalb ein Kleid trägt.

Betrug durchschaut

Aber erst die Bekanntschaft mit dem überängstlichen Rittersohn Zink (Paul Kaufmann) stellt die Weichen: Nach dem Willen von Zinks Vater Ritter Dietz von Dugelstein (Peter Ziesche), soll sich Trenk statt Zink beim Onkel, dem Ritter Hans von Hohenlob (Thorsten Köster), zum Ritter ausbilden lassen. Was er mit Freuden beginnt. Aber nicht nur Trenk bricht so aus einer eigentlich strafbaren Rollenzuweisung aus. Auch von Hohenlobs taffe Tochter Thekla will sich nicht damit abfinden, nur zu sticken und Suppe zu kochen und macht mit Trenk einen Deal: Sie verrät nicht, dass sie den Betrug durchschaut hat, im Gegenzug soll er ihr alles beibringen, was er als Ritter-Azubi lernt. Natürlich gibt es einige Klippen zu überwinden, weil der böse Ritter Wertholt der Wüterich (Andreas Burger) plötzlich Hans von Hohenlob zum Turnier fordert – wozu der keinerlei Lust hat und einen Stellvertreter entsendet. Als Wüterich den Betrug ahnt, verlangt die Fürstin (Elisabeth Kraft-Dallinger) einen weiteren Beweis von Tapferkeit und schickt die beiden Ritter aus, den gefährlichen Drachen zu besiegen. Eine tolle Aufgabe für Trenk und Thekla, die beide auch gemeinsam meistern. Doch wie das genau abläuft, wird wegen vieler überraschender Wendungen nicht verraten.

Monika Kaufmann und Bärbel Stegmüller haben das Stück nicht nur kindgerecht auf die Bühne gebracht, sondern entfachen dort auch ein Feuerwerk an Action und Farben. Zwei Erzähler aus der Gegenwart übermitteln das Wichtigste zum Verständnis des Mittelalters und sind auch das epische Bindeglied zwischen den einzelnen Stationen. Blitzschnell verwandelt sich die Bühne vom ärmlichen Dorf zum bunten städtischen Markt, zum Turnierplatz, zum Speisesaal der Burg oder zum unheimlichen Wald. Da hat das Regie-Duo, das auch für die wunderbaren Kostüme zuständig war, wieder alle Ideen sprühen lassen, was auch bei der zehnjährigen Maren aus Hirschberg Wirkung zeigte: „Mir haben besonders die Kulissen gefallen.“ Leisere und tiefgehende Szenen wechseln sich mit Lachnummern und Action ab, es gibt Kampfgetümmel mit Gefechten, ein Turnier mit Überraschungen und einen effektvollen Tanz der Drachenkinder. „Der Drache ist der Hammer“, waren sich Dorian (sechs) und seine mit ihm Geburtstag feiernden Freunde einig.

54 durchweg spielfreudige Personen bevölkern im „Ritter Trenk“ die Bühne, ein besonderes Lob gebührt Noemi Franz als Ferkelchen – nicht nur der Liebling von Jakob (drei), Vanessa (zehn), David (8), Paul (13) und Pauline (neun). Sie hat zwar keinen Text, war aber zwei Stunden präsent und verließ keine Sekunde ihre Rolle. Genauso überzeugten Bastian Bauer (Trenk), Annika Ziesche (Thekla) und die Erzähler (Vera Arndt, Sebastian Kaufmann).

Mannheimer Morgen, 19.06.2018, sd

Die ganze Stadt ist eine Glitzerwelt

Schauspiel – Das Ensemble der Freilichtbühne zeigt in der Mannheimer Gartenstadt die Komödie „Ein Käfig voller Narren“

Idyllisch liegt die Freilichtbühne und offen kann der Geist dort unter sommerlichem Himmel schweben. Dass das abgeschlossene Milieu eines schwulen Varietés mit viel Blink-Blink da nur schwer reinpasst, wusste auch das Team der Freilichtbühne in ihrem diesjährigen Sommerstück „Ein Käfig voller Narren“.

Den Tanzschuppen „La Cage aux Folles“, den das Ehepaar Georges und Albin in Saint-Tropez leiten und in deren Wohnzimmer das Stück im Original von Jean Poiret gleich einem Kammerspiel spielt, öffnet Regisseur Markus Muth daher wohl bedacht in die Stadt hinein. Da gibt es neben dem schwulen Raum, herrlich platt ausgestattet mit Tiger-Kissen und pinken Katzen-Bildern, mit Bistro und Bäckerei Plätze des öffentlichen Stadtlebens, die parallel zum Hauptgeschehen bespielt werden. Allerlei Transvestiten tummeln sich da, aber auch Omas und Geschäftsleute. Die Narretei, die schillernd-schwule Prunksucht und Überdrehtheit dieses 1973 von Poiret erdachten Varietés ist also keine Absonderlichkeit mehr, sondern mitten im Leben angekommen.

Varieté-Welt im Wohnzimmer

Und so wundert es in der toleranten Stadt niemanden, wenn Leder-Bären-Männer durch die Straße laufen, minderjährige Jungs Typus Mädchenschwarm das Varieté erstürmen und deren Besitzer Georges (Matthias Heckmann) und Albin (Michael Knapp) im Straßenbistro nasalierend und wild gestikulierend streiten. Grund zum Streit haben beide genug, denn der Sohn Georges aus einem früheren Leben möchte heiraten, die neuen (konservativen) Schwiegereltern kommen zu Besuch, und das schwule, so affektierte Paar soll schnell kanalarbeitermännlich werden.

Eine verzwickte Geschichte, die Knapp mit viel Kopfstimme und wunderbarer grotesk-tragischer Gebärde und Heckmann mit grandiosem Mienenspiel nicht entwirren können. Da zuckt nun also Heckmanns Schnurrbart und die Augen kullern fleißig und Knapp stolziert furienhaft-melodisch durch Saint-Tropez. Der Mensch ist, wie er ist: verschieden, und das ist gut so.

Grundlegend menschlich ist das alles, geht es um Liebe, Familie und den Wunsch, dazuzugehören. Dafür entglitzert Muth das Varieté und modernisiert behutsam, etwa indem er aus dem schwarzen Hausangestellten einen weißen macht. Die Gedanken fliegen also in diesem kuriosen Narrenkäfig, der weder närrisch noch Käfig ist. Mit stürmischem Applaus bedankt sich das Publikum für die bemerkenswerte Leistung der 36 Laien-Schauspieler.

Mannheimer Morgen, 17. Juni 2018, igl

Tolle Resonanz beim „Tag der offenen Tür“ der 105 Jahre jungen Freilichtbühne Mannheim

Zauberhafte Melodien und Blick hinter die Kulissen – „Ein Käfig voller Narren“ und „Der kleine Ritter Trenk“ wollen im Sommer die Gäste begeistern

Obwohl der Wettergott nur am Vormittag gute Miene zum heiteren Spiel und fröhlichen Gesang machte und es am Nachmittag kräftig regnen ließ, kamen zahlreiche kleine und große Gäste aus nah und fern zum ebenso unterhaltsamen wie informativen „Tag der offenen Tür“ der 105 Jahre jungen Freilichtbühne Mannheim. Die Amateurbühne in der Gartenstadt mit dem ganz besonderen Flair, direkt am Waldrand gelegen, präsentierte Ausschnitte aus ihren neuen Abendstück für Erwachsene, das am Samstag, 16.Juni, 20 Uhr Premiere feiern wird und bis zum 3,August bewundert werden kann. Die tragikomische Kultkomödie „Ein Käfig voller Narren“ von Jean Poiret (auch als Film und Musical ein sehr großer Erfolg geworden) wird sicher zu einem weiteren Highlight in der langjährigen Geschichte der Freilichtbühne werden. Die ersten Eindrücke waren schon einmal sehr vielversprechend. Theater-Entertainment pur, das perfekt die Balance hält zwischen Komik und Ernst und dabei geht es um ein hochaktuelles Thema: Eine langjährige gleichgeschlechtliche Beziehung mit allen Höhen und Tiefen. Die Regie hat mal wieder Markus Muth, ein FLB-Routinier, übernommen, der schon mit einigen Stücken begeisterte und sich damit einen langjährigen Wunsch erfüllt.
Die kleinen Zuschauer dürfen in diesem Sommer auf die abenteuerliche Geschichte „De kleine Ritter Trenk“ freuen, nach einem Kinderbuch von Kirsten Boie, unter der Regie von Monika Kaufmann und Bärbel Steegmüller. Diese sehr unterhaltsame, spannende Geschichte aus dem Mittelalter mit einem ernsten historischen Hintergrund, der Befreiung aus der Leibeigenschaft, hat einen Tag später, am Sonntag, 17.6., 16 Uhr Premiere und auch die wird bis Anfang August (5.8) aufgeführt.Wer das Musical und seine wunderschönen Melodien liebt, der kam am „Tag der offenen Tür“ ganz besonders auf seine Kosten. Ob von Andy Live & The „Singing Ladies“ ( Andreas Schickl und Despina Kazantzis open Air, trotz Regens auf der Freilichtbühne), dem FLB-Chor „Art im Takt“ unter der Leitung von Thomas Nauwartat-Schulze oder einem Trio des Capitol-Ensembles „All 4 Music“ (Anja Rüger, Sascha Ulrich und am Piano Rolf Fritz) dargeboten – es war jedes Mal ein Ohren- und Augenschmaus, ein musikalischer Genuss.
Gerne durften die Gäste auch unter kompetenter Führung einen ausführlichen Blick hinter die Kulissen werfen. Die Ehrenvorsitzende und „Bürgermeisterin“ von St.Tropez (im „Käfig“) Christa Krieger und die künstlerische Leiterin der FLB, Sabine Valentin plauderten dabei ein wenig aus dem Freilichtbühnen-Nähkästchen, erzählten von einst und jetzt und standen sehr gerne Rede und Antwort.
Auch für Speis war natürlich gesorgt und erst am späten Nachmittag verließen die letzten Gäste das Amateurtheater in der Gartenstadt. Viele werden sicherlich zu einem der beiden Sommerstücke wiederkommen.

Metropoljournal, 24.05.2018, Dieter Augstein

Freilichtbühne stellt Programm vor

Unterhaltung Amateurtheater hat zwei neue Stücke einstudiert – gespielt werden „Ein Käfig voller Narren“ und „Der kleine Ritter Trenk“

Sie haben ein monatelanges Lauftraining in High-Heels hinter sich, gehen regelmäßig zur Anprobe, verbringen Stunden in der Maske und rasieren sich alle paar Tage die Beine. Aber sie machen sich nicht etwa für die Wahl zu Germanys next Top-Model fit, sondern für die Premiere von „Ein Käfig voller Narren“ auf der Mannheimer Freilichtbühne. Knapp drei Wochen vor der Premiere sind die Hauptdarsteller des Stückes von Jean Poiret schon sehr gespannt auf ihre Wirkung. Denn als Travestiekünstlerinnen standen Matthias Heckmann, Michael Knapp, Michael Sinthern und Dominik Kobel noch nie auf der Bühne. Die Erfahrungen mit der neuen Weiblichkeit sind ganz unterschiedlich: „Rasierte Beine fühlen sich sehr gut an“, sagt Sinthern, der den aus Russland stammenden Attila spielt. „Nur er kam dafür in Frage, denn er hat die beste Figur“, frotzelt Heckmann alias der schwule Varietébesitzer Georges. An ihm hat seine reale Ehefrau ganz neue Seiten entdeckt.

„Sie ist entzückt, wie gut ich den Staubsauger schwinge.“ Auf der Bühne ist Michael Knapp sein Lebenspartner Albin. „Wir haben alle einen Riesenspaß, aber es kostet viel Energie, zwei Stunden lang konzentriert zu sein und die Rolle durchzuhalten.“ Nicht nur Knapp muss immer wieder mit der Körperhaltung kämpfen. „Nüsschen“ ist dann ein Schlagwort, mit dem Regisseur Markus Muth die weibliche Gangart einfordert, wenn das schlaffere männliche Gehen mal wieder Raum greift. „Ich habe am Anfang gesagt: ,Stellt Euch vor, ihr habt eine Nuss zwischen den Pobacken und die darf nicht rausfallen’“, erklärt Muth.

Keine Probleme bei Besetzung

Schon seit zwanzig Jahren ist es sein Traum, das 1973 uraufgeführte „La Cage aux Folles“ zu inszenieren. Erst gab es keine Rechte für Amateurtheater, im Zuge des gleichnamigen Erfolgsmusicals war das Theaterstück dann bei den Verlagen verschwunden. „Vor zwei Jahren tauchte es wieder auf und ich habe sofort zugegriffen.“ Probleme bei der Rollenbesetzung hatte er nicht. Ganz im Gegenteil. „Ich musste vor allem auf die Balance achten, damit die Travestie-Komödie, die wegen der schwierigen Beziehung zwischen Albin und Georges ja auch ernste Momente hat, nicht in eine Klamotte abrutscht“, nennt Muth eine Herausforderung. „Heute ist ein Schwulenstück ja kein Schocker mehr“, hat er darüber hinaus einige Akzente verschoben oder auch Witze entstaubt, um es frisch zu halten.

Während „Ein Käfig voller Narren“ in einem aufwendigen, detailreichen Bühnenbild gespielt wird, setzen Monika Kaufmann und Bärbel Steegmüller im Kinderstück „Der kleine Ritter Trenk“ auf Minimalismus. Zumindest, was die Kulisse betrifft. Denn ihre sonstige Ausstattung greift in die Vollen. „Normalerweise toben wir uns in der Kostümschneiderei aus, aber alle vier Jahre packt es uns und wir müssen inszenieren“, dreht sich für das Frauenpower-Duo, das zuletzt „Tischlein-Deck-Dich“ auf die Bühne brachte, dann alles um die Regie. „Es macht uns einfach großen Spaß, an Problemen zu tüfteln“, versprechen sie wieder einige inszenatorische Überraschungen, wenn 54 Mitwirkende ab vier Jahren das Mittelalter lebendig werden lassen. Denn um das damalige harte Leben der von den Rittern drangsalierten Dorfbevölkerung geht es in dem Stück, das auf dem Kinderbuch von Kirsten Boie basiert. Trenk (Bastian Bauer) und seine Schwester Mia-Mina (doppelt besetzt von Emelie Gröschel und Viviane Krolop) wollen an der Unterdrückung der Leibeigenen etwas ändern. Der Junge nimmt sein Schicksal in die eigene Hand, will selbst Ritter werden, findet unterwegs Hilfe und unterstützt wiederum andere.

Viele Kinder im Team

Letztendlich wird sein Mut belohnt. Für den 14-jährigen Bastian Bauer, der vor sechs Jahren in der Kindergruppe der Freilichtbühne anfing, ist es die erste Hauptrolle. „Vorher war ich Statist in Hänsel und Gretel, ein Huhn in Nils Holgersson, der Zeitungsjunge in Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, freut er sich über den Aufstieg. Bei Emelie Gröschel (12) ging alles schneller, denn für sie ist es nach Peterchens Mondfahrt erst die zweite Produktion. Dass ihr Part doppelt besetzt ist, ist gewollt: „Wir haben über fünfzig Kinder und Jugendliche und alle wollen mitspielen“, haben die Regisseurinnen das Original-Personal mehr als verdreifacht, um allen gerecht zu werden. „Außerdem ist unsere Bühne groß, sie muss belebt werden“, versprechen sie ein Spektakel, in dem viel gekämpft und getanzt wird.

Mannheimer Morgen, 29.05.2018, sd

Besucher blicken hinter die Kulissen

Gartenstadt Freilichtbühne stellt sich bei Tag der offenen Tür vor / „Dramatischer Club“ schafft Grundlage für das heutige Fünf-Sparten-Amateurtheater

Letztmals vor fünf Jahren veranstaltete die Freilichtbühne Mannheim (FLB) auf dem Gelände in der Gartenstadt ein Parkfest – damals zum 100. Geburtstag des 1913 gegründeten „Dramatischen Clubs“. Aus dem hat sich mittlerweile ein Fünf-Sparten-Amateurtheater entwickelt, das neun Monate im Jahr im Freien und im Zimmertheater ein Programm für jedes Alter anbietet.

Weil der engagierte Verein mit seinen 360 Mitgliedern noch nicht einmal im eigenen Stadtteil allen Bewohnern ein Begriff ist, startete die FLB mit einem Tag der offenen Tür drei Wochen vor Saisonbeginn an der Kirchwaldstraße eine Charme-Offensive. „Wir haben viele Pläne und brauchen auch für unser Riesengelände jede Unterstützung“, sagte Vorsitzender Holger Ohm. „Wir wollen Erinnerungen schaffen, besondere Momente kreieren“, beschrieb die künstlerische Leiterin Sabine Valentin, was die Amateur-Mimen antreibt. „Unser Lohn ist, wenn unsere Leidenschaft beklatscht wird.“

Auch wenn die Sonne am Pfingstsonntag eine Pause einlegte, hoffte Schirmherr Ralf Eisenhauer dennoch, dass sein Amt nicht zu wörtlich genommen werden müsse. Seine erste Begegnung mit der Freilichtbühne hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende, dem die Gemeinderäte Thorsten Riehle und Andrea Safferling Schützenhilfe leisteten, 2006 beim „Sommernachtstraum“. Nicht nur diese Erfahrung bewog ihn, sich für eine Förderung starkzumachen.

Requisiten im Café

Von dem, was vor und hinter den Kulissen passiert, konnten sich Besucher bei diversen Führungen mit der Ehrenvorsitzenden Christa Krieger überzeugen. Ausgangspunkt war die ehemalige Gaststätte, die mangels eines Pächters in ein von der FLB betriebenes Theatercafé umgewandelt wurde. „Alle Sofas und Stühle, die hier stehen, haben auch schon einmal in einem Stück mitgespielt“, verwies Krieger auf traditionsreiche Sitzgelegenheiten. Inspiriert von einer Dia-Show erzählte sie von der langen, wechselvollen Geschichte des „Dramatischen Clubs“ auf dem Waldhof, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine endgültige Heimat auf einer ehemaligen Schießanlage in der Gartenstadt fand. „Heute spielen wir im Sommer ein Abend- und ein Kinderstück auf der großen Bühne, im Herbst und Winter mehrere Programme im Zimmertheater. Wir haben eine Jugendabteilung mit einer Kinder- sowie einer Jugendgruppe und einen Chor. Allein in unseren zwei Sommerproduktionen wirken über 100 Personen mit“, erklärte sie.

Doch was wären die Menschen auf der Bühne ohne die Personen hinter den Kulissen. Die Vielfalt der Aufgaben spiegelte sich beim Gang durch die Maske, den Kostümfundus, die Requisitenlager, die Werkstatt, die Sozialräume und die Technik wider. Und wie es aussieht, wenn ein Rädchen ins andere greift, zeigte sich beim mehrmals gewährten Einblick in die neue Produktion „Ein Käfig voller Narren“ auf der liebevoll und detailreich gestalteten Bühne. Mit Männern als Diven, mit schweren Jungs und leichten Mädchen –kurz gesagt: mit allem, was das 1973 uraufgeführte, in St. Tropez spielende Kult-Theaterstück „La Cage aux Folles“ an Emotionen verlangt.

Im Park vor und neben der Bühne fühlten sich auch die jüngsten Besucher wohl. Denn für die hatten die Mitglieder der Jugendabteilung eine Spielstraße geplant und aufgebaut, bei dem die jungen Gäste sogar selbst in die Rollen von Märchenfiguren schlüpften. Fast außer sich vor Freude waren die Schwestern Saskia (3 Jahre) und Regina (5), als sie unter den Augen ihrer Oma und des Froschkönigs tatsächlich mit dem goldenen Ball die Dosen der Prinzessin trafen.

Schätzspiel zu Sterntaler

„Vielleicht 100?“, schätzte Antonia Schmidt beim Anblick der mit Münzen gut gefüllten Glaskugel von Sterntaler. „Das sind viel mehr“, riet der Vater. Der Andrang an den Stationen war groß, wer alle absolvierte, hat nun die Chance, zwei Eintrittskarten für das Kinderstück „Der kleine Ritter Trenk“ zu gewinnen.

Weitere Kurzweil boten eine Hüpfburg und das Kinderschminken, wo Diana Tinat-Jablonski als Ressortleiterin Maske selbst Hand anlegte und der sechsjährigen Semira eine rosa Raupe auf die Wange zauberte.

Mannheimer Morgen, 23.05.2018, sd

Musikalische Reise durch Comicfilme

Gartenstadt – Vom „König der Löwen“ bis „Findet Nemo“ – der Chor Art-im-Takt begeistert sein Publikum mit Liedern aus der bunten Kinowelt

Über den natürlichen Kreislauf des Lebens, von der Geburt über den Verfall bis zum Vergehen, erzählt der dennoch optimistisch klingende Song „Circle of Life“ aus dem Disney-Film „Der König der Löwen“. Auf eine musikalische Reise quer durch animierte Spielfilme wie „Das Dschungelbuch“, „Arielle, die Meerjungfrau“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ nahm der Chor Art-im-Takt sein zahlreich erschienenes Publikum mit. Und zwar während seines Konzertes unter der Überschrift „Melodien aus der Welt des Zeichentrickfilms“ im Gemeindesaal der evangelischen Gnadenkirche im Stadtteil Gartenstadt. Durch das fast dreistündige Programm führte wie gewohnt Dirigent Thomas Nauwartat-Schultze, der sich zuvor im Internet reichlich Wissen über die vorgenommenen Lieder angelesen hatte. Diese Fakten und Geschichten reichte der Leiter des Freilichtbühnenchores an die vielen Zuhörer zwischen den Darbietungen weiter.

Die Flucht als Thema

„Da sind mir die Augen aufgegangen, als ich recherchiert habe“, erzählte Dirigent Thomas Nauwartat-Schultze. Mit den beiden Stücken „Es wird einst geschehen“ und „Kunterbunter Tag“ aus den Zeichentrickfilmen „Hercules“ und „Der Glöckner von Notre Dame“ eröffnete der gemischte Chor. Tapsig vorwärtsmarschierend hörte sich dagegen die Nummer „Cruella de Vil“ aus dem Film „101 Dalmatiner“ an, wie die Vertonung kleiner Hündchen auf vier Pfoten.

An der Geige brillierte Maria Karch, synthetische Instrumententöne erzeugte Pianistin Ryoko Aoyagi am E-Piano. Im März 1996 kam der Zeichentrickfilm „Toy Story“ in die deutschen Kinos, als erster vollständig im Computer entstandener Animationsfilm. Deshalb erhielt dieser Film als Auszeichnung einen Sonder-Oscar von der Akademie für bewegte Bilder. Aus diesem Zeichentrickfilm stimmte das gemischte Ensemble das Lied „Du hast’n Freund in mir“ an. „Nächstes Jahr kommt Toy Story 4“, kündigte Dirigent Nauwartat-Schultze an. Als Solistin trug später Pia Valentin mit Empathie die Nummer „God help the outcasts“ vor. Ein Song von erschreckender Aktualität in Bezug auf die herrschende Flüchtlingskrise. „Viele sind auf der Flucht, sind vertrieben, viele sind ’Outcasts’“, bedauerte Chorleiter Thomas Nauwartat-Schultze. Denn im Englischen bedeutet das Wort „Outcast“ übersetzt „Ausgestoßener“.

Nicht einfach sei die Beschaffung der Notenblätter zu den Disney-Liedern gewesen, wie Moderator Nauwartat-Schultze verriet, der die Noten teilweise aus dem Ausland bestellen musste. Außerdem sang der Art-im-Takt-Chor den Song „Mickey Mouse Club“. Übrigens: Im Mainzer Landesmuseum ist aktuell eine umfangreiche Wald-Disney-Sonderausstellung namens „Mickey, Donald & Friends“ bis 29. Juli zu sehen.

Im besonderen Maße stach das separiert auftretende Gesangsduo Pia Valentin (Alt) und Lena Sefrin (Sopran) hervor, zusammen stimmten die zwei Künstlerinnen die überzeugenden Duette „Love is an open door“ und „Let it go“ an – aus dem jüngeren Disney-Animationsfilm „Die Eiskönigin“ aus dem Jahr 2013. In diesen Momenten lag alle Aufmerksamkeit gebündelt auf den beiden Sängerinnen. Darüber hinaus brachte das Ensemble im Gemeindesaal im Stadtteil Gartenstadt zusätzlich Lieder wie „Zip-a-Dee-Doo-Dah“, „Sei hier Gast“, das Lied „A whale of a thale“ (unter anderem aus dem Film „Findet Nemo“) , „Winnie the Pooh“, „You’ll be in my heart“ und „Supercalifragilistic“ zu Gehör.

Mannheimer Morgen, 09.05.2018, Christian Hoffmann

Manager wieder auf Jobsuche

Theater: Mannheimer Freilichtbühne geht mit „Top Dogs“ in die zweite Runde

Als Spitzenmanager waren sie hoch bezahlt und angesehen. Ihre Arbeit stellten sie vor die Familie und verloren so gegenüber ihren Mitmenschen und Mitarbeitern jegliche Art von Mitgefühl. Plötzlich aber teilen sie selbst das Schicksal derer, die sie einst entlassen haben. Ohne Job, also ohne das einzige, das ihnen das Leben lebenswert machte, versuchen sie nun, wieder erfolgreich zu werden.

Unbegründete Zweifel

Die Amateurschauspieler des Zimmertheaters hatten Zweifel, dass ihre Inszenierung der Politsatire „Top Dogs“ von Urs Widmer den Geschmack des Freilichtbühnen-Publikums treffen könnte. Unbegründet. Denn die Nachfrage war so groß, dass sie das Stück in diesem Jahr wieder aufnehmen mussten, um diesem Andrang gerecht zu werden. 2017 waren sämtliche Vorstellungen ausverkauft. Die Zuschauer waren begeistert und die Macher zufrieden. Jene, die noch nicht auf den Geschmack kommen konnten, haben nun im Februar und im April mehrmals die Möglichkeit, die empathielosen Top Manager in Aktion zu erleben. Demnach bietet das Zimmertheater an den Wochenenden des 3. und 4. sowie des 17. und 18. Februars jeweils vier Vorstellungen an. Ebenso vier Aufführen am Tag gibt es an den Wochenenden des 7. und 8. sowie des 14. und 15. Aprils zu sehen. Der Vorverkauf läuft bereits seit Dezember. Da das Theater nur eine sehr begrenzte Anzahl an Plätzen hat, empfehlen die Veranstalter, sich die Tickets vorab entweder online oder am Vorverkaufsschalter zu sichern. Info: Karten können zu 17 Euro, ermäßigt 15 Euro, unter tickets@flbmannheim.de bestellt werden.

Mannheimer Morgen, 01.02.2018, jor

Gute und böse Seelen liegen im Streit

Gartenstadt – Chor, Orchester und Solisten zeigen “Das jüngste Gericht” in der ausverkauften Gnadenkirche

Als Thomas Nauwartat-Schultze vor 13 Jahren an der Freilichtbühne den Chor ART-im-TAKT gründete, herrschte Begeisterung. Doch niemand ahnte, dass dieser vielbegabte Schauspieler, Regisseur, Choreograf und Chorleiter die hohen Ansprüche, die er an sich selber stellt, auch seinen Mitwirkenden abverlangt. Was seine Sängerinnen und Sänger fast spielerisch bei Musical- und Popaufführungen leisten, wird bei klassischen und geistlichen Werken zu einer großen Herausforderung.

Kontrastreiches Werk

“Wacht! Euch zum Streit gefasset macht” mit diesem mahnenden, fast kriegerischenAufruf beginnt ein oratorienartiges Mammutwerk,das dem frühbarocken Meister Dietrich Buxtehude (1637-1707) zugeschrieben wird, und vom niederländischen Dirigenten, Organisten und Hochschullehrer Ton Koopmann (geboren 1944) für fehlende Stimmen rekonstruiert wurde. Es ist ein kontrastreiches vielsagendes Werk, dessen Text sich aus Bibelzitaten, Chorälen und freier Dichtung zusammensetzt, und die Todsünden der Menschheit in den Wettstreit schickt. Der Herr im Himmel sieht dem Treiben zu und fordert Rechtfertigung. Das verlieh dem Werk auch die Bezeichnung “Das jüngste Gericht”.

Zweifellos sprach der in der Hansestadt Lübeck wirkende Buxtehude mit diesem Werk die damaligen wohlhabenden Kaufmannsleute und Bürger der Stadt an, mahnte sie vor Geiz, Leichtfertigkeit und Hochmut, vor Völlerei, Trunksucht und Unkeuschheit – ein mutiges Unterfangen, denn gerade die reichen Zünfte und Patrizierfamilien waren es, die diese Konzerte aus der traditionellen Reihe der Lübecker Abendmusiken (der Eintritt war frei) sponserten.

Neben dem unverblümten Streitgespräch, das sich die Gesangssolisten liefern, sticht vor allem die beredte musikalische Umsetzung heraus. Schon die Eingangssonate -wunderbar gespielt vom Heidelberger Kantatenorchester – machte die beiden gegensätzlichen Stimmungen deutlich: schweres, langsames Schreiten ruft auf zum Bedenken, während der Wechsel zur bewegt verspielten Heiterkeit zum Lebensgenuss reizt. Und dann treten die Sopran-Solisten (Amelie Petrich, Leba Safran, Sabine Valentin) auf als Geiz, Leichtfertigkeit, als Hoffahrt (hier eher verstanden als Hochmut), wetteifern miteinander, stellen ihre guten oder bösen Seelen in Frage und werden von der göttlichen Stimme zur Raison gerufen: “Du Narr, Du Narr! Heute Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und was wird sein, was du bereitet hast”, singt ein wunderbarer kraftvoll majestätischer Bass (Marcel Brunner). Demgegenüber meldet sich ein sanfter Tenor (Jan Herrmann), der den Schrecken vor dem Jenseits mildert, aber dennoch vom pessimistischen Altus (Daniel Eger) überstimmt wird.

Göttliche Stimme

Bezeichnend ist in dieser Komposition nicht nur die beredte Ausschmückung der Empfindungen (Lachen, Weinen, Seufzen), sondern auch der galante Einsatz der Instrumente. Die Orgel der meisterhaften Ryoko Aoyagi, die sich stets dezent im Hintergrund hielt, trat in den bedeutenden Rezitativen der göttlichen Stimme hervor, während der tiefe besänftigende Klang von Cello (Julia Nilsen Savage) und Laute (Johannes Vogt) die Wechselgespräche der wetteifernden Todsünden begleitete. Bei aller akzentuierter Mahnung und allem Aufschrei, der in dem Werk steckt, brachte der wunderschöne Choral nach Phillipp Nicolais Lied “Wie schön leuchtet der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn” Licht und Hoffnung in die Apokalypse.

Das Publikum in der voll besetzten Gartenstädter Gnadenkirche dankte dem Chor ART-im-TAKT, dem Heidelberger Kantatenorchester und den absolut überzeugenden Gesangssolisten schließlich mit langanhaltendem jubelndem Applaus.

Mannheimer Morgen, 24.11.2017, Christina Altmann

„Top Dogs“ – die Sternstunde im Zimmertheater

Zurecht gibt es nach jeder Aufführung der Sozialsatire „Top Dogs“ stürmischen Applaus im Zimmertheater der Freilichtbühne Mannheim. Regisseur Holger Ohm, der seit mehr als 30 Jahren schon mit zahlreichen gelungenen Aufführungen und auch als Darsteller glänzen konnte, hat mit „Top Dogs“ für eine weitere Sternstunde gesorgt. Der kreative Bühnenroutinier führte intensiv und einfühlsam Regie. Er hat den Ensemblemitgliedern in diesem mehrfach preisgekrönten, zeitlos aktuellen und bitterbösen, aber durchaus realistischen Stück von Urs Widmer (gestorben 2014), jede Menge Freiraum gelassen, der gekonnt genutzt wurde. Das Publikum konnte somit mit authentischem emotionalem Spiel begeistert werden. Urs Widmer wird von vielen als legitimer Nachfolger des großen Friedrich Dürrenmatt angesehen.
„Top Dogs“, das sind zwei attraktive Powerladys (Angelika Mehr und Sandra Mercatoris) und sechs mehr oder weniger starke Herren aus dem Spitzenmanagement (Andreas Burger, Thorsten Graefe, Matthias Heckmann, Wolfgang Heuer, Michael Knapp und Peter Ziesche), welche von heute auf morgen zu „Underdogs“ geworden sind.
Alle waren Workoholics, die ohne Rücksicht auf andere Karriere gemacht hatten und fast nach ganz oben gekommen sind. Doch dann erleben sie das gleiche Schicksal wie ihre zahlreiche Kollegen, die sie im Laufe ihrer Karriere „freigestellt” hatten: Ihnen wird von heute auf morgen aber für sie nicht nachvollziehbar, gekündigt. Sie verstehen die Welt nicht mehr und landen schließlich alle in einem Mannheimer „Outplacement Center“ bei den Damen der „New Challenge Company“ (die beiden toughen „Seminarleiterinnen“ sind allerdings selbst auch Betroffene).

Hier geben sie nach und nach immer mehr von sich preis, machen deutlich, dass sie sich alle von ihrer Familie, ihrem Beruf und sich selbst immer mehr entfremdet haben. Es fällt ihnen ungeheuer schwer, in ein „normales“ Leben zurückzukehren. Eine einzige von ihnen, Frau Mercatoris, erhält am Ende eine neue Chance, eine Anstellung bei Eichbaum in Südkorea. Sie verlässt, von allen beglückwünscht, in der letzten Szene das „Center“. Die anderen bleiben mehr oder weniger hoffnungslos zurück und der Zuschauer weiß nicht, ob er wirklich Mitleid haben soll mit den ehemaligen, rücksichtslosen “Spitzenmanagern”. Diese Gesellschaftskomödie ist nahe an der Realität. Vieles ist nachzuempfinden, wird allerdings vom Autor ins Groteske gesteigert, ist dadurch vielleicht authentischer, auch durch skurille Rollenspiele und „Gruppenübungen“, die einer gewissen Komik nicht entbehren. Es darf also durchaus herzhaft gelacht werden über die „Top Dogs“. Das Ensemble agiert auf einer fast kahlen Bühne, acht Stühle und ein Cateringwagen, im Manager-Einheits-Outfit. Umso mehr stehen die Akteure im Vordergrund mit gekonnt gespielten Szenen, mit perfekten Rollen, zugeschnitten auf jeden einzelnen Charakter. Gespielt wird noch bis zum 2.Dezember dann die Wiederaufnahme ab dem 3. Februar 2018.

Metropoljournal, , Dieter Augstein

Bettler trifft geiziges Paar

Gartenstadt – Schauspieler setzen sich auf der Freilichtbühne in Szene / Blau Weiss Waldhof als Hausorchester

Mit verändertem Personal, aber der gleichen Geschichte eröffnete das Ensemble der Freilichtbühne den Martinsumzug in der Gartenstadt. Die Veranstaltung wurde wieder gemeinsam mit dem Jugendhaus Waldpforte organisiert. “Wir laden zu diesem Termin unabhängig vom Wochentag stets am 11. November ein”, erklärte Dieter Camilotto. Der Jugendhausleiter durfte sich auch in diesem Jahr über viele Teilnehmer freuen. Zudem stellte der Bürgerverein Gartenstadt mit seinem Hausorchester Blau Weiß Waldhof die standesgemäße musikalische Begleitung des Martinsumzugs sicher. Jürgen Guilmin hoffte dabei, dass seine Bläsertruppe vom Regen verschont bleiben würde. “Schließlich wäre so ein Regenguss vor allem für unsere Saxophonisten eine echte Herausforderung”, betonte der musikalische Leiter des Orchesters. Mit einem “Durch die Straßen auf und nieder” spielten die Musiker deshalb munter gegen den bewölkten Himmel an.

Junge Gäste gespannt

Ebenso zeigten sich die Darsteller der Freilichtbühne durchaus wetterfest. “Mit Achim Reineke haben wir in diesem Herbst einen neuen Mitspieler in der Rolle des Bettlers aufgeboten”, meinte Christa Krieger. Die Ehrenvorsitzende kann dagegen schon auf viele Jahre Bühnenerfahrung zurückgreifen. Es sei schließlich wichtig, in der Geschichte zu erklären, wie Martin zum Heiligen wurde, betonte sie. “Darüber hinaus sind die Kinder immer so gespannt auf den Auftritt”, verriet Krieger. In weiteren Rollen gefielen ebenso Niklas Kolb als Soldat, Fred Schimpf als erster Offizier und Rolf Fändrich, der gemeinsam mit Barbara Mader das geizige Ehepaar mimte. Bernhard Schönfelder oblag die Rolle des Martin. Zum Ende der Vorführung erloschen die Lichter der Freilichtbühne – und die Laternen der Besucher boten ein hübsch illuminiertes Bild im weiten Rund des Theaters.

Abschluss am Mampelhof

Der anschließende Umzug mit dem Martinsreiter vom Mampelhof endete auf dem Abenteuerspielplatz. Dort wurden die Laternenträger von einem anheimelnden Martinsfeuer in Empfang genommen. Warmer Orangensaft, Glühwein und Würstchen halfen den Besuchern über die kühlen Temperaturen hinweg.

Mannheimer Morgen, 15.11.2017, jba